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Das Dorf Heye-Bangsombi im südlichen Kamerun: Plantagen von Ölpalmen, Kautschuk- und Kakaobäumen soweit das Auge reicht. Diese Plantagen sind die Lebensgrundlage für die Menschen hier. Ihr Leben ist ein einfaches. Neben der Landwirtschaft betreibt die Bevölkerung auch Nutztierhaltung. Hühner oder Ziegen werden meist im Freien gehalten, sie dienen für die Versorgung der Menschen.

Wie in vielen Regionen und Ländern der Sub-Sahara besteht auch in Kamerun ein grosser Unterschied zwischen Stadt und Land. Während in urbanen Gebieten 95 Prozent der Menschen Zugang zu Trinkwasser haben, sind es in ländlichen Gegenden oft nicht mehr als 40 Prozent.

Auch das Dorf Heye-Bangsombi gehört zu den Orten, die keinen sicheren Trinkwasserzugang haben. Sowohl das Trinkwasser wie auch das Wasser für die Landwirtschaft stammte bis vor kurzem aus einem Bach in einer Lichtung. Das Wasser galt zwar als frisch, hatte aber keinerlei Trinkwasserqualität, aufgrund von natürlichen oder menschlich produzierten Rückständen im Gewässer.

Wasser ist Leben

Verunreinigtes Trinkwasser löst Krankheiten aus, besonders Kinder mit noch wenig ausgeprägtem Immunsystem leiden unter einer qualitativ schlechten Trinkwasserversorgung. Noch immer gehören der Mangel an sauberem Wasser und Hygiene gemäss UNICEF zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Gleichzeitig ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser einer der einfachsten und kostengünstigsten Wege, um lebensgefährliche Krankheiten zu verhindern.

Schon seit einigen Jahren verzichtet WWZ auf Weihnachtskarten. Stattdessen unterstützen wir die Stiftung St. Martin aus Baar seit den 90er-Jahren mit der jährlichen Spende für den Bau eines Trinkwasserbrunnens im südlichen Kamerun. So sorgen wir dafür, dass nicht nur das Wasserschloss Schweiz, sondern auch weniger wasserreiche Gegenden in der Welt Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen. Als Wasserversorgerin liegt uns das besonders am Herzen.

Eigeninitiative der Dorfbewohner

Die Anfrage für den Bau eines Brunnens stellten die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes selbst an die Stiftung. 11 Familien mit 88 Kindern, 78 Enkelkindern und 59 Urenkelkindern sollten damit Zugang zu Trinkwasser bekommen.

Um den Bezug der Einwohnerinnen und Einwohner zum Brunnenprojekt zu stärken und das Projekt nachhaltiger zu gestalten, wurden sie bewusst mit eingebunden. An einer Informationsveranstaltung wurden der Bevölkerung von Heye-Bangsombi die Zusammenhänge von Wasser, Hygiene und Gesundheit erläutert. Ein Brunnenbaukomitee vertritt die Dorfbewohnerinnen und -bewohner und soll dafür sorgen, dass sie sorgsam mit dem Brunnen umgehen. Die Bevölkerung half beim Brunnenbau selbst mit, insbesondere für den Schachtaushub oder bei der Verköstigung und Beherbergung der Brunnenarbeiter.

Was einen guten Brunnen ausmacht

Nicht jeder Ort ist gleich gut geeignet für einen Brunnen. Damit das Wasser auch zuverlässig fliesst, gibt es einige Dinge zu beachten. Wichtig ist, dass der Brunnen über einer ausreichend grossen Wasserader liegt. Zudem muss der Brunnen auf öffentlichem Grund sein, damit der Zugang jederzeit für alle gewährleistet ist.

Bedient wird der Brunnen mit einer einfachen, manuell zu nutzenden Handpumpe, die 600 Liter pro Stunde leisten kann. Aus bis zu 16 Metern Tiefe wird das Wasser aus dem Brunnen gepumpt.

Der Brunnen geht an die Dorfbevölkerung

Am 25. Februar 2020 konnte in Heye-Bangsombi mit der Montage der Handpumpe vor den versammelten Bewohnerinnen und Bewohnern das fertige Bauwerk eröffnet werden. Nachdem die Pflege und Sauberhaltung des Brunnens von einem Mitarbeitenden des Trinkwasserprojekts erklärt wurde, ging der Brunnen mit der Nummer 1714 bei der Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls offiziell an die Dorfbevölkerung über. Ein kleines Schild am Brunnen erinnert an die finanzielle Unterstützung von WWZ.

Auch mit unserer Weihnachtsspende 2020 unterstützen wir gemeinsam mit der Stiftung St. Martin zukünftige Brunnenprojekte. Wir freuen uns, auch über die Schweiz hinaus den Menschen sauberes Trinkwasser zu liefern.