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Was ist Regelenergie?

Im Stromnetz müssen Produktion und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht sein. Prognosefehler, Kraftwerksausfälle oder schwankende Solarproduktion können dieses Gleichgewicht stören. Dann greift Swissgrid, die nationale Netzgesellschaft, auf Regelenergie zurück – sofort verfügbare Leistungsreserven, die das Netz stabilisieren und die Netzfrequenz bei 50 Hz halten. Es gibt zwei Arten von Regelenergie: 

  • Positive Regelenergie – zu wenig Strom im Netz: Die Netzfrequenz sinkt. Ihr Batteriespeicher gibt Strom ins Netz ab und gleicht das Defizit aus.
  • Negative Regelenergie – zu viel Strom im Netz: Die Netzfrequenz steigt. Ihr Batteriespeicher nimmt Strom auf und senkt den Überschuss.

Warum Regelenergie wichtiger wird

Solar- und Windenergie produzieren Strom abhängig vom Wetter. Bei viel Sonne oder Wind entsteht ein Überschuss, bei Bewölkung oder wenig Wind ein Defizit. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien steigt die Schwankungsbreite im Netz – und damit der Bedarf an Flexibilität im Strommarkt. Batteriespeicher spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie können ihre Leistung innerhalb von Sekunden anpassen und sind damit eine der schnellsten verfügbaren Regelenergieressourcen.

Welche Anlagen können teilnehmen?

Nicht nur Batteriespeicher können Flexibilität bereitstellen. Auch flexible Verbraucher in Unternehmen – etwa Kühl- und PV-anlagen, Wärmepumpen oder Produktionsanlagen – kommen infrage.

Für Privatpersonen sind Batteriespeicher in Kombination mit einer PV-Anlage am interessantesten. Für KMU und Gewerbe mit grösseren Speichern oder steuerbaren Lasten bestehen erweiterte Möglichkeiten – bis hin zur direkten Teilnahme am Regelenergiemarkt ab einer Leistung von 1 MW.

Regelstufen: Wie schnell muss reagiert werden?

Primärregelung
Reagiert innerhalb von 30 Sekunden. Typische Anlagen sind Wasserkraftwerke.
Sekundärregelung
Reagiert innerhalb von 5 Minuten. Typische Anlagen sind Batteriespeicher.
Tertiärregelung
Reagiert innerhalb von 15 Minuten. Typische Anlagen sind Notstromanlagen.

Icon Info Stärke von Batteriespeichern

Batteriespeicher sind für die Primär- und Sekundärregelung interessant. Dank ihrer kurzen Reaktionszeit unterstützen sie das Stromnetz innerhalb von Sekunden.

Wie verdienen Sie mit Ihrem Batterie­speicher Geld?

Swissgrid lässt nur Angebote ab 1 MW zu. Deshalb bündelt WWZ als Aggregator viele einzelne Batteriespeicher zu einem gemeinsamen Pool – das sogenannte Batterie­speicher-Pooling. Erst durch diese Bündelung entsteht eine ausreichend grosse Gesamtleistung. Das Pooling bei WWZ steht für Batteriespeicher von Unternehmen mit 100 kW Leistung zur Verfügung. Sie erhalten auf zwei Arten eine Vergütung: 

  • Vergütung für die Bereitstellung: Ihr Speicher steht bereit – Sie erhalten bereits dafür eine Zahlung, auch wenn Swissgrid ihn nicht abruft.
  • Vergütung für den tatsächlichen Einsatz: Ruft Swissgrid Ihre Flexibilität ab, erhalten Sie eine zusätzliche Vergütung.

Technische Voraussetzungen für Batteriespeicher

Damit Sie Ihren Batteriespeicher am Regelenergiemarkt vermarkten können, muss er gewisse technische Vorausetzungen erfüllen. 

Technische Voraussetzung Was bedeutet das?
Schnelle Reaktion Der Batteriespeicher muss seine Leistung innerhalb von Sekunden erhöhen oder reduzieren können.
Steuerbarkeit Der Speicher muss sich von aussen steuern lassen.
Messung Leistung und Netzfrequenz müssen sich zuverlässig messen lassen.
Ausreichende Leistung Der Speicher muss genügend Leistung für die Regelenergie bereitstellen.
Ausreichende Speicherkapazität Der Speicher muss genügend Energie speichern, um Regelenergie bereitzustellen.

Was macht WWZ?

Als Aggregator übernehmen wir alles – von der Bündelung Ihres Speichers im Pool bis zur Abrechnung. Sie profitieren, ohne sich um die technischen Details kümmern zu müssen.

  • Bündelung Ihrer Anlage im Regelenergie-Pool
  • Vermarktung am Regelenergiemarkt Schweiz
  • Technische Anbindung und Steuerung
  • Abrechnung und Reporting
  • Beratung und Unterstützung bei neuen Batteriespeicherprojekten
  • Für Industriespeicher ab 1 MW: direkte Teilnahme inklusive Präqualifikation

Häufige Fragen zur Regelenergie

Was ist mit flexiblen Verbrauchern gemeint?

Das sind Anlagen, die ihren Stromverbrauch kurzfristig anpassen können – etwa Wärmepumpen, Kühlhäuser oder Produktionsmaschinen in Unternehmen.

Beeinflusst Regelenergie die Lebensdauer meines Batteriespeichers?

Regelenergieeinsatz bedeutet zusätzliche Lade- und Entladevorgänge. Der Einfluss auf die Lebensdauer hängt von der Batterietechnologie und der Betriebsweise ab. Studien zeigen, dass der Mehrverschleiss bei modernen Systemen gering ist.

Kann ich auch ohne PV-Anlage teilnehmen?

Grundsätzlich ja – entscheidend ist die Steuerbarkeit des Speichers, nicht die Herkunft des Stroms.

Kann ich meinen Batteriespeicher weiterhin selbst nutzen?

Ja. Die Regelenergievermarktung lässt sich mit der Eigenverbrauchsoptimierung kombinieren. Die verschiedenen Anwendungen werden aufeinander abgestimmt.

Muss ich meinen Batteriespeicher dafür umrüsten?

Das hängt vom Modell ab. WWZ klärt mit Ihnen, ob Ihr Speicher die technischen Voraussetzungen erfüllt. 

Für wen lohnt sich Regelenergie?

Eine Anbindung an den Regelenergiemarkt lohnt sich momentan für Unternehmen mit grösseren Speichern oder flexiblen Verbrauchern ab 100 kW Leistung.

Wie viel kann ich mit meinem Batteriespeicher verdienen?

Die Vergütung hängt unter anderem von der Leistung des Batteriespeichers, seiner Verfügbarkeit und den Bedingungen am Regelenergiemarkt ab. Je mehr Flexibilität ein Speicher bereitstellen kann, desto höher ist grundsätzlich das Potenzial für zusätzliche Einnahmen. Wir berechnen die genaue Vergütung für Ihre Anlage.