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Das alpine Skifahren hat nicht den Ruf, ein sauberer Sport zu sein. Lifte, Pistenpräparation und technische Schneeproduktion benötigen viel Energie. Im Wintertourismus kommt dazu, dass viele Menschen mit ihren Autos von weit her zu den Skigebieten reisen. So soll die Anreise zum Skigebiet bis zu 85 Prozent vom CO₂-Ausstoss beim Skifahren ausmachen. Für ein nachhaltiges Skierlebnis lohnt es sich gerade deshalb auch die kleinen, aber nahen Gebiete anzufahren.

Wer im Kanton Zug Skifahren möchte, muss nicht weit fahren. Das Skigebiet Nollen in Unterägeri ist von der Stadt Zug nur 12 Kilometer entfernt und besteht aus zwei Liftanlagen – einem Ponylift für Kinder und einem Skilift für Fortgeschrittene. Der ausgewachsene Skilift überwindet auf einer Strecke von 1546 Metern 280 Höhenmeter und bietet eine rote und eine blaue Piste.

Skifahren vor der Haustüre

Diese Saison feiert der Skilift Nollen sein 50-jähriges Bestehen. «Die Leute, die hier selbst Skifahren gelernt haben, bringen jetzt ihren Kindern oder sogar Enkelkindern hier das Skifahren bei», erzählt uns Ruedi Hanhart. Seit sieben Jahren ist der Pensionist Betriebsleiter beim Skilift Nollen. «Für die Ägerer ist der Lift fast ein Heiligtum, es kommen aber auch viele Leute aus dem Flachland bis aus Affoltern zu uns», erklärt Ruedi Hanhart. Gerade wenn im Flachland der Nebel liegt, würden die Leute gerne ins Ägerital kommen. Bei ausreichender Schneelage sind die Skilifte am Wochenende, am Mittwochnachmittag und in den Schulferien in Betrieb.

Als Betriebsleiter muss Ruedi Hanhart vielseitig sein. Im Herbst müssen die Lifte hergerichtet werden, die Rollen geschmiert und der Antrieb kontrolliert werden. Im Skibetrieb reicht dann Ruedi den Kindern den Bügel oder hält den Lift auch mal an, wenn der Einstieg noch etwas schwer fällt. «In den letzten Jahren ist das Restaurant Nollenstübli immer wichtiger geworden. Aufräumen, Personal organisieren, kochen und putzen – man findet immer etwas zu tun», erzählt der Betriebsleiter.
Skilift Nollen in Unterägeri: Bügellift

Alte Wasserreservoirs für die Beschneiung

Wie viele Skigebiete in tiefen Lagen ist auch der Skilift Nollen von den Launen der Natur abhängig. Durch den Klimawandel gibt es Jahre mit nur wenigen Tagen, an denen ein Skibetrieb überhaupt möglich ist. «In der Saison 2018/2019 hatten wir oft Schnee und der grosse Skilift lief an rund 30 Tagen. In der Saison darauf liefen beide Lifte keinen einzigen Tag», erzählt Betriebsleiter Ruedi Hanhart.

Aus diesem Grund besitzt der Skilift Nollen seit letzter Saison für die Piste am Ponylift auch eine Schneelanze. Damit kann auch in schneearmen Wintern der Übungslift für Kinder betrieben werden, wenn die Temperaturen die Produktion von technischem Schnee erlauben. Das Wasser für die Beschneiung wird aus einem ehemals stillgelegten Reservoir der Korporation Unterägeri bezogen, das diese dem Skilift zur Verfügung stellt. «Das Wasser aus dem Reservoir ist sauber, wurde aber nicht mehr benötigt und fliesst sonst in die Bäche ab. Nach einigen kleinen Umbauten bei Dichtungen und Zuleitungen wird das Wasser vom Reservoir nun für die Schneelanze genutzt», erklärt Hanhart. Das Reservoir hat eine Wasserkapazität, die ausreicht, um die Schneelanze eine Woche lang betreiben zu können.

Schnee aus erneuerbaren Energien

Doch gerade weil Schneeproduktion viel Energie benötigt, ist die Herkunft des Stroms besonders wichtig für ein nachhaltiges Skigebiet. Deshalb setzt der Skilift Nollen nicht nur beim Wasser, sondern auch beim Strom für den Betrieb auf einen möglichst nachhaltigen Bezug und setzt vollständig auf Strom aus Schweizer Wasserkraft, also erneuerbare Energie. Dank kurzer Wege, einer möglichst nachhaltigen Beschneiung und erneuerbarer Energie ist der Skilift Nollen ein gutes Beispiel, dass auch Skifahren nachhaltig möglich ist.