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Aktualisiert im Jul. 2024

Eine der effektivsten Möglichkeiten, nachhaltig zu leben, besteht darin, ganzjährig ohne fossile Brennstoffe zu heizen und Warmwasser aufzubereiten. Sich von fossilen Brennstoffen zu lösen, ist ein Projekt, das sich langfristig lohnt. In diesem Blogbeitrag werfen wir mit Albin Schmidhauser einen Blick in die Vergangenheit. Er hat im Jahr 2020 als einer der Ersten einen Vertrag für einen Anschluss an den Zuger Wärmeverbund Circulago unterzeichnet. Wir wollten von ihm wissen, welche verschiedenen Möglichkeiten des nachhaltigen Heizens ohne fossile Brennstoffe er geprüft hat und weshalb er sich für die thermische Wärmelösung aus dem Zugersee entschieden hat.

Kumuliertes Fachwissen

Albin Schmidhauser wohnt in der Stadt Zug in einem 1961 erbauten Dreifamilienhaus. Obwohl der Brenner seiner fossilen Heizung ausgewechselt wurde, stieg er in den letzten zehn Jahren immer wieder aus. Das war unbefriedigend. Daher suchte Herr Schmidhauser nach einer nachhaltigen Lösung. Für ihn stand fest: Die neue Wärmelösung wird CO2-neutral sein.

Mit Nachhaltigkeit kennt sich Albin Schmidhauser bestens aus. Er war bis zu seiner Pensionierung im Juli 2019 Leiter des Amts für Wald und Wild im Kanton Zug. Davor war er der stellvertretende Kantonsingenieur im Kanton Luzern und Abteilungsleiter Naturgefahren in der Dienststelle für Verkehr und Infrastruktur. So konnte er sein gesammeltes Fachwissen ins Projekt nachhaltige Wärmelösung einfliessen lassen und umsetzen.

Die Evaluationsphase

Zuerst befasste sich Albin Schmidhauser mit den verschiedenen Möglichkeiten des nachhaltigen Heizens. Eine Luftwärmepumpe war ihm zu lärmig und er wusste aus Erfahrung, dass die benötigte Baubewilligung zu Problemen in der Nachbarschaft führen könnte. Eine Grundwasserwärmepumpe war nicht realisierbar, da sein Haus in einer archäologischen Schutzzone liegt und eine Bohrung deshalb nicht bewilligt würde. Aus seiner Zeit beim Kanton Luzern als Verantwortlicher für Holzförderung wusste er, dass Verbünde sehr energieeffizient sind. Da sich die Kantone schweizweit regelmässig austauschen, kam Herr Schmidhauser bereits 2014 mit dem Projekt Circulago in Berührung. Er hatte damit schon sehr früh Kenntnis vom neuen Zuger Wärmeverbund.

«Ich war offenbar ein Pionier und wusste nicht, was auf mich zukommen wird. Plötzlich musste ich mit sieben Unternehmen zusammenarbeiten. Aber es hat sich gelohnt.»

Albin Schmidhauser

Überzeugende Argumente

Nach gezieltem Abwägen aller Vor- und Nachteile hat der Wärmeverbund Circulago das Interesse von Albin Schmidhauser geweckt. Dank seiner Tätigkeit beim Kanton kam es zu einer Verkettung diverser Berührungspunkte und er wusste, dass WWZ im Sommer 2019 ein Baugesuch eingereicht hatte für den Leitungsabschnitt im Perimeter seines Wohnhauses. Deshalb wandte sich Herr Schmidhauser im Frühling 2020 an WWZ. Kurze Zeit später kam es zum Vertragsabschluss. Die Abteilung Wärme und Kälte bei WWZ bestand damals aus vier Mitarbeitenden. Vieles war zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss und auch die Kostenfolge konnte nicht klar eingegrenzt werden. Diese lag dann auch einiges über der ersten Schätzung.

Er benötigte einen Planer, einen Heizung-Sanitär, einen Elektriker, einen Kaminbauer und natürlich einen Maurer, sowie einen Landschaftsgärtner, um den Sitzplatz über dem stillgelegten Aussentank wiederherzustellen. Dazu kam, dass die Stadt Zug ihn aufforderte, gleichzeitig einen Meteorwasseranschluss zu legen. Dank diesem Abwassertrennsystem fliesst das Regenwasser direkt in den See. Erfreulicherweise hat sich die Stadt zur Hälfte an den Anschlusskosten beteiligt. Am 13. September 2022 war es endlich so weit: Albin Schmidhauser konnte zum ersten Mal sein Warmwasser mit der Wärme aus dem Zugersee heizen.

Fördergelder

Und wer bezahlt das alles? Auch dieser Frage ist Albin Schmidhauser nachgegangen und hat sich an die öffentliche Hand gewendet. Die Stadt Zug hat ihm kostenlos einen Energieberater zur Seite gestellt. Dieser hat die Gebäudehülle bewertet und bestätigt, dass der Anschluss an den Wärmeverbund Circulago eine gute Lösung ist und er aufgrund der Energiebezugsfläche finanziell unterstützt werden kann. Heute sind die kantonalen Fördergelder klar geregelt. Für Liegenschaften in der Stadt Zug erhalten die Eigentümer zusätzlich eine Abwrackprämie von der Stadt Zug.

CO2-neutrales Heizen

Eine fossile Heizung hatte früher eine Lebensdauer von rund 30 bis 40 Jahren. Heute sind es noch 15 bis 20 Jahre, weil man die Ersatzteile nicht mehr beschaffen kann und die Anlagen nicht annähernd so robust gebaut werden wie dazumal. Mit dem Anschluss an den Wärmeverbund Circulago ist Albin Schmidhauser nun für mindestens die nächsten 30 Jahre auf der sicheren Seite. Auch wenn der Anfang etwas harzig war und er einige Stolpersteine überwinden musste, für Albin Schmidhauser hat sich die Investition gelohnt. Er ist sehr zufrieden mit seiner nachhaltigen Wärmelösung und kann damit zukünftig jährlich 12.2 Tonnen CO2 einsparen.

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zur person

Wie kann ich nachhaltig Heizen?
Albin Schmidhauser
Eigentümer einer Liegenschaft in der Stadt Zug
Albin Schmidhauser ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Sein Studium der Forstwissenschaften an der ETH Zürich hat er mit der Promotion zum Doktor der Technischen Wissenschaften abgeschlossen. Er arbeitete lange Zeit im Kanton Luzern in der Dienstelle Landwirtschaft und Wald sowie als Abteilungsleiter Naturgefahren in der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Im März 2017 wechselte Herr Schmidhauser zum Kanton Zug und war bis zu seiner Pensionierung im Juli 2019 Leiter des Amts für Wald und Wild.
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Aktualisiert im Jul. 2024