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Viele von uns arbeiten zurzeit im Homeoffice und es zeichnet sich ab, dass diese Arbeitsform auch nach der Pandemie verbreiteter sein wird als zuvor. Von zu Hause aus arbeiten bedeutet aber auch, den privaten Stromverbrauch zu erhöhen. Elektronische Geräte, Licht, aber auch Internetnutzung benötigen die ganze Arbeitswoche über Strom.

Wie viel Strom verbraucht das Internet?

Wie viel Strom das ganze Internet selbst benötigt, ist nicht einfach zu beantworten. Genau genommen muss hierzu der Verbrauch von Endgeräten, Daten- und Rechenzentren mit ihren Servern und Kühlaggregaten und der von Routern, Handyantennen und Kabelnetzen mit einberechnet werden. Für 2012 berechnete die ETH beispielsweise so den Weltenergieverbrauch des Internets auf 900 TWh, was rund 4 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs ausmachte – und das vor fast 10 Jahren bei einer jährlichen Steigerungsrate von 4 bis 7 Prozent.

Ist Streaming ein Stromfresser?

Eine Studie aus dem Jahr 2018 fand ebenfalls heraus, dass ein Gigabyte Datenvolumen 0.06 Kilowattstunden benötigt. Das ist auch die Menge, die eine Person in rund 5 Stunden Zoom-Konferenz verbraucht. Und nach der Arbeit das Vergnügen: Der Datenverkehr von einer Stunde Netflix in voller HD-Auflösung würde demnach so viel Strom benötigen, wie eine 30-Watt-Glühbirne in 36 Minuten zum Leuchten verbraucht.

Berichte, wonach Streaming praktisch halb so viel Strom benötigt wie ein Backofen, seien jedoch übertrieben und würden von unrealistischen Annahmen ausgehen. Auch Vlad Coroamă vom Departement Informatik an der ETH Zürich rechnet mit ähnlichen Zahlen und vergleicht den Energiebedarf von einer Stunde Streaming mit einer Autofahrt von rund einem Kilometer.

Internet und Strom sparen im Homeoffice

Wer weniger Datenverkehr generiert, spart demnach auch Strom. Datenvolumen spart beispielsweise, wer Serien gemeinsam schaut, anstatt diese einzeln zu streamen. Noch bedeutender ist jedoch der Stromverbrauch der Endgeräte selbst. Deshalb lohnt es sich beim Kauf auf die Energieplakette des Geräts zu achten.

Ein oft vergessener Punkt: Auch die Produktion eines Endgeräts braucht eine Menge Energie. So benötigt die Herstellung eines Laptops etwa gleich viel Strom, als das Gerät während der Lebenszeit verbraucht. Smartphones produzieren verbraucht sogar noch mehr Strom, als die Geräte in der Nutzung verbrauchen. Gerade deshalb ist es ökologisch sinnvoll, Geräte so lang wie möglich zu nutzen.

Ruhezustand und Router ausschalten

Bei Pausen lohnt es sich zudem, den Laptop in den Ruhezustand zu versetzen. Dabei wird keine Energie für grosse Speichervorgänge wie beim Herunterfahren verbraucht, der Energiebedarf aber reduziert. Moderne Router können dank Zeitschaltprogrammen nachts einfach deaktiviert werden und funken so nicht ins Leere. Wird die Zeit kommen, in der wir regelmässig ins Büro zurückkehren, kann das Ausschalten des WLANs auch tagsüber Sinn machen.

Die grössten Energieverbraucher und gleichzeitig die, an denen es sich am meisten lohnt zu sparen, bleiben Ernährung, Verkehr und Heizung. Trotzdem ist das Surfen im Internet ein wichtiger Teil des grossen Puzzles hin zu einem nachhaltigen und energiesparendem Lebensstil.