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Photovoltaikanlagen (kurz: PV-Anlagen) sind in der Schweiz längst kein Zukunftsthema mehr – sie sind im Alltag angekommen. Immer mehr Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sowie Unternehmen setzen auf selbst produzierten Solarstrom.

Wie funktioniert eine PV-Anlage?

Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wandelt Sonnenlicht in Strom um. Die installierten Solarmodule bestehen aus Solarzellen, die durch die Sonnenenergie Gleichstrom erzeugen. Damit dieser Strom im Haushalt oder im Unternehmen genutzt werden kann, übernimmt ein Wechselrichter die Umwandlung in Wechselstrom. 

Icon Info Was ist Photovoltaik?

Unter Photovoltaik (PV) bzw. Fotovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist Sonnenlicht, in elektrische Energie.

Einfach erklärt:

Illustration zeigt Solarstromproduktion

  1. Sonnenlicht trifft auf die Solarzellen und erzeugt durch den photoelektrischen Effekt Gleichstrom.
  2. Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom um.
  3. Ein Produktionszähler misst den produzierten Solarstrom.
  4. Der Strom wird direkt im Gebäude verbraucht oder in einer Eigenverbrauchsgemeinschaft geteilt. 
  5. Überschüssiger Strom wird in das Netz eingespeist.
  6. Optional kann überschüssiger Strom in einem Batteriespeicher gespeichert werden. 

Wann lohnt sich eine PV-Anlage?

Eine Photovoltaikanlage lohnt sich in vielen Fällen, besonders wenn Sie einen grossen Teil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen. Planen Sie die Anlage so, dass sie zu Ihrem Strombedarf passt und entsprechend dimensioniert ist.  Alternativ können Sie den Bedarf auch im Rahmen einer Eigenverbrauchsgemeinschaft, beispielsweise mit benachbarten Liegenschaften, betrachten.

Eine PV-Anlage ist besonders attraktiv, wenn Sie den Eigenverbrauch maximieren und möglichst wenig überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Wer tagsüber viel Strom benötigt, profitiert in der Regel besonders. Das gilt vor allem für Unternehmen, deren Lastprofil meist gut zum Produktionsverlauf einer Photovoltaikanlage passt.

Standort prüfen

Mit dem PV-Check von Solarmacher prüfen Sie, ob sich Ihr Standort für eine Solaranlage eignet.

Vorteile einer PV-Anlage

Eine Photovoltaikanlage bietet nicht nur ökologischen Nutzen, sondern bringt auch handfeste wirtschaftliche Vorteile mit sich. Die wichtigsten Gründe warum sich eine PV-Anlage konkret lohnt. 
Unabhängigkeit
Mit einer PV-Anlage produzieren Sie einen Teil Ihres Stroms selbst. Das macht Sie unabhängiger vom Markt, schafft planbare Energiekosten und gibt langfristige Sicherheit.
Nachhaltig
Sonnenstrom ist erneuerbar und emissionsfrei. So leisten Sie einen direkten Beitrag zum Klimaschutz, senken Ihre CO₂-Bilanz und unterstützen die Energiewende.
Energiekosten
Selbst produzierten Strom müssen Sie nicht einkaufen. Mit einer ideal ausgelegten Solaranlage können Sie jährlich rund 30% und mehr Ihrer Stromkosten einsparen.
Wertsteigerung
Energieeffiziente Häuser sind gefragt. Eine PV-Anlage verbessert den energetischen Standard und erhöht den Wert Ihrer Liegenschaft.
Fördermöglichkeiten
Für Solaranlagen erhalten Sie attraktive Förderbeiträge. Damit senken Sie die Investitionskosten für Ihren Sonnenstrom.

Icon Steuer Abzug  Steuerliche Abzüge

Investitionen in erneuerbare Energien können Sie steuerlich geltend machen. So senken Sie Ihre Steuerlast und reduzieren gleichzeitig Ihre Energiekosten.

Umsetzung einer PV-Anlage 

Der Weg zur eigenen Solaranlage ist oft einfacher, als viele denken. Entscheidend ist eine gute Planung. Wer früh die wichtigsten Rahmen­bedingungen klärt und strukturiert vorgeht, schafft die Basis für eine optimale PV-Anlage.

1. Eignung prüfen - ist Ihr Gebäude für Solarenergie geeignet?

Bevor Sie starten, klären Sie ab, ob Ihr Gebäude für Solarenergie geeignet ist. Prüfen Sie insbesondere:

  • Ausrichtung und Neigung des Daches
  • Zustand des Daches prüfen, ist zum Beispiel eine Sanierung notwendig?
  • Verschattungen durch Bäume, Kamine oder Nachbargebäude
  • Grösse der nutzbaren Dachfläche
  • Art der gewünschten Anlage: Strom (Photovoltaik), Wärme (Solarthermie) oder beides
Tipp: Nutzen Sie den PV-Check von Solarmacher oder das Tool Sonnendach.ch des Bundesamts für Energie.

2. Stromverbrauch analysieren

Für die Planung und Dimensionierung einer PV-Anlage sollten Sie Ihren Jahresverbrauch und Ihr Lastprofil kennen. Klären Sie dazu folgende Punkte:

  • Wie hoch ist mein jährlicher Strombedarf?
  • Wie hoch ist mein Strombedarf tagsüber, wenn die PV-Anlage produziert?
  • Wie hoch ist mein potenzieller Eigenverbrauch?
  • Sind meine Nachbarinnen und Nachbaren auch interessiert – lässt sich eine Eigenverbrauchsgemeinschaft bilden?
  • Wie viel installierte PV-Leistung deckt meinen Bedarf und den einer möglichen Eigenverbrauchsgemeinschaft?

3. Offerten einholen und vergleichen

Wählen Sie qualifizierte Fachpartner. Eine vollständige Offerte enthält:
 
  • Ideale Dimensionierung gemäss Eigenverbrauch
  • Empfehlung zum passenden Eigenverbrauchsmodell (Messgeräteanordnung muss dabei beachtet werden.)
  • Projektierung und administrative Abwicklung inkl. technischem Anschlussgesuch, Installations- und Bauanzeige oder Baubewilligungsverfahren
  • Sicherheitsvorkehrungen während der Installation
  • Allfällige Dachdecker-, Spengler-, Maler- oder Maurerarbeiten
  • Lieferung, Installation und Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage
  • Elektroinstallationen durch eine Fachperson
  • Erstprüfung und Abnahmekontrolle durch einen unabhängigen Kontrolleur
  • Angaben zu Garantien sowie Unterhalts- und Wartungsarbeiten

Vergleichen Sie mehrere Offerten und wählen Sie die für Sie beste Lösung. Achten Sie darauf, nur Angebote mit derselben Leistung, derselben Modulanzahl und identischen Systemkomponenten zu vergleichen. So stellen Sie sicher, dass Sie vergleichbare Leistungsumfänge beurteilen. Berücksichtigen Sie auch den Liefertermin und den Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

4. Finanzierung und Förderungen prüfen

Der Bund und der Kanton Zug sowie die Zuger Gemeinden bieten diverse finanzielle Vorteile:

  • Einmalvergütung vom Bund (über Pronovo)
  • kantonale Förderbeiträge, etwa für Batteriespeicher und effiziente Systeme (Webseite des Kantons Zug)
  • Förderbeiträge der Gemeinden (aktuelle Förderprogramme finden Sie auf der Webseite Ihrer Gemeinde)
  • Steuerabzüge für Investitionen in erneuerbare Energien

5. Bewilligung und Meldeverfahren klären

Klären Sie frühzeitig, ob Ihre Solaranlage ein Melde- oder Baubewilligungsverfahren benötigt und welche kantonalen Vorgaben gelten. Auf der kantonalen Webseite finden Sie alle relevanten Informationen, Bauvorschriften und das «Merkblatt Solaranlagen». Es fasst die wichtigsten Gestaltungsrichtlinien zusammen. Stimmen Sie sich dazu mit Ihrem Fachpartner ab.

6. Auftrag vergeben und Installation starten

Sobald Finanzierung, Bewilligung und Anbieter feststehen, erteilen Sie den Auftrag. Ab jetzt übernehmen die Fachleute:  Detailplanung, Terminkoordination, Installation der Photovoltaikanlage, Netzanschluss und Anmeldung beim Stromversorger, Inbetriebnahme und Übergabe. Zum Abschluss erhalten Sie alle Unterlagen für Fördergelder, Garantien und Hinweise zur optimalen Nutzung Ihrer Anlage.

Steigerung des Eigenverbrauchs

Je höher der Eigenverbrauch Ihres Solarstroms, desto wirtschaftlicher wird Ihre Photovoltaik­anlage. Selbst produzierter Solarstrom ist günstiger als Strom aus dem Netz. Mit verschiedenen Massnahmen erhöhen Sie Ihren Eigenverbrauch, etwa mit einem Batterie­speicher, einem Energie­management­system oder einer Eigenverbrauchs­gemeinschaft. 

Plug-and-Play PV-Anlagen

Wer keine grosse Dachanlage installieren will oder kann, startet mit einem Plug-and-Play Solaranlage, auch Balkonkraftwerk genannt. Diese kleinen Solarmodule montieren Sie einfach auf dem Balkon oder der Terrasse und stecken sie in eine passende Steckdose ein. Auch Plug-and-Play Photovoltaikanlagen müssen Sie beim Netzbetreiber melden.

Für Installateure

Alles was Sie als Installateur bei der Planung und Umsetzung einer Photovoltaikanlage wissen und berücksichtigen müssen:

Alle Anträge und Gesuche können Sie über unser digitales Meldewesen einreichen.

Häufige Fragen zu Photovoltaik

Lohnt sich eine PV-Anlage auch bei wenig Sonne?

Ja, auch bei bedecktem Himmel wird Strom produziert. In der Schweiz reicht die jährliche Sonneneinstrahlung grundsätzlich für wirtschaftliche Anlagen aus.

Wie lange hält eine PV-Anlage?

Die Lebensdauer liegt bei 25 bis 30 Jahren. Die meisten Hersteller geben mindestens 20 Jahre Leistungsgarantie.

Was passiert mit überschüssigem Strom?

Dieser wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet, der sogenannte Einspeisetarif variiert je nach Anbieter. Alternativ können Sie den Solarstrom innerhalb einer Eigenverbrauchsgemeinschaft und lokalen Elektrizitäts­gemeinschaft (LEG) zu besseren Konditionen verkaufen.