Lastmanagement im Überblick
Lastmanagement im Überblick
Mehrere E-Autos an einem Hausanschluss laden, ohne ihn zu überlasten: Lastmanagement macht es möglich, ganz ohne teuren Netzausbau. Mehrere E-Autos an einem Hausanschluss laden, ohne ihn zu überlasten: Lastmanagement macht es möglich, ganz ohne teuren Netzausbau.
Das Wichtigste in Kürze
|
Was ist Lastmanagement und wie funktioniert es?
Wer braucht ein Lastmanagement?
Relevant wird das Thema für alle, die mehrere Ladestationen an einem Hausanschluss betreiben möchten:
- Eigentümergemeinschaften und Verwaltungen von Mehrfamilienhäusern
- Vermieterinnen und Vermieter mit mehreren Stellplätzen
- Unternehmen mit eigenem Fuhrpark oder Mitarbeitenden-Parkplätzen
Statisches vs. dynamisches Lastmanagement
| Statisches Lastmanagement | Dynamisches Lastmanagement | |
|---|---|---|
| Funktionsweise | Fix definierte Leistung, gleichmässig verteilt | Passt sich laufend an den Gesamtverbrauch an |
| Kosten | Günstiger in der Anschaffung | Höhere Anschaffungskosten, dafür effizienter |
| Eignung | Wenige Ladepunkte, konstanter Verbrauch | Viele Ladepunkte, schwankender Verbrauch |
| Nutzung der Anschlussleistung | Konservativ, mit Sicherheitsreserve | Optimal ausgeschöpft |
| Statisches Lastmanagement | |
|---|---|
| Funktionsweise | Fix definierte Leistung, gleichmässig verteilt |
| Kosten | Günstiger in der Anschaffung |
| Eignung | Wenige Ladepunkte, konstanter Verbrauch |
| Nutzung der Anschlussleistung | Konservativ, mit Sicherheitsreserve |
| Dynamisches Lastmanagement | |
|---|---|
| Funktionsweise | Passt sich laufend an den Gesamtverbrauch an |
| Kosten | Höhere Anschaffungskosten, dafür effizienter |
| Eignung | Viele Ladepunkte, schwankender Verbrauch |
| Nutzung der Anschlussleistung | Optimal ausgeschöpft |
Wann reicht statisch, wann braucht es dynamisch?
Bei einer einzelnen Ladestation ist in der Regel kein Lastmanagement nötig. Bei zwei Ladestationen reicht ein statisches Lastmanagement oft aus, sofern der Stromverbrauch im Gebäude weitgehend konstant bleibt. Ab zwei bis drei Ladestationen empfiehlt sich meist ein dynamisches Lastmanagement. Vor allem dann, wenn später zusätzliche Ladepunkte hinzukommen. So ist die Ladeinfrastruktur bereits auf Erweiterungen vorbereitet und muss bei einem Ausbau nicht grundlegend angepasst werden. Ein dynamisches Lastmanagement bietet zudem Vorteile in Gebäuden mit weiteren Stromverbrauchern wie Wärmepumpen oder einer Photovoltaikanlage.
Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Wie viele Ladepunkte sind heute und in den nächsten Jahren geplant?
- Schwankt der Gesamtverbrauch des Gebäudes stark, etwa durch eine Wärmepumpe oder eine Photovoltaikanlage am selben Anschluss?
- Wie wichtig ist die möglichst vollständige Ausnutzung der vorhandenen Anschlussleistung?
- Wie viel Budget steht für die Anschaffung zur Verfügung?
Was kostet Lastmanagement – und was ein Netzausbau?
Der grösste Vorteil von Lastmanagement liegt im Kostenvergleich zum Netzausbau: Eine Erhöhung der Anschlussleistung ist eine bauliche Massnahme, die je nach Netzbetreiber und Situation schnell mehrere tausend Franken kostet und oft mehrere Monate Vorlaufzeit braucht, da auch die Kapazität im vorgelagerten Verteilnetz geprüft werden muss. Die Nachrüstung eines Lastmanagementsystems bewegt sich dagegen meist im Bereich von einigen hundert bis wenigen tausend Franken, abhängig von der Anzahl der Ladepunkte und der gewählten Systemart.
Diese Faktoren beeinflussen die Kosten am stärksten:
- Anzahl der geplanten Ladepunkte, heute und in absehbarer Zukunft.
- Statisches oder dynamisches System, wobei Letzteres in der Anschaffung teurer ist.
- Ob eine bestehende Elektroinstallation nachgerüstet oder eine neue Anlage geplant wird.
- Ob bereits kompatible, «smarte» Wallboxen vorhanden sind oder neu beschafft werden müssen.
Fördermöglichkeiten
Eine Lastmanagementlösung lässt sich in einigen Kantonen und Gemeinden indirekt über Förderprogramme für Ladeinfrastruktur oder Elektromobilität mitfinanzieren, auch wenn Lastmanagement selten als eigene Förderposition ausgewiesen wird. Eine Übersicht über aktuell verfügbare Förderprogramme bietet die Plattform energiefranken.ch.
Lastmanagement im Stockwerkeigentum
Erfahren Sie mehr in unserem kostenlosen Factsheet «E-Ladestationen zu Wohnungen im Stockwerkeigentum».
Factsheet anfodern
Lastmanagement für Unternehmen und Fahrzeugflotten
Auch Unternehmen mit einem eigenen Fuhrpark stossen auf ähnliche Herausforderungen wie Mehrfamilienhäuser, meist jedoch in grösserem Umfang. Sollen mehrere Firmenfahrzeuge gleichzeitig laden, reicht die vorhandene Anschlussleistung je nach Standort und Gebäudeverbrauch möglicherweise nicht aus. Ein dynamisches Lastmanagement nutzt die verfügbare Leistung optimal und verteilt sie bedarfsgerecht auf die angeschlossenen Fahrzeuge. So lässt sich die Ladeinfrastruktur schrittweise zusammen mit der Fahrzeugflotte ausbauen, ohne sie von Anfang an zu gross zu dimensionieren.
Die Vorteile auf einen Blick
- Kein teurer und langwieriger Netzausbau nötig, auch bei wachsender Flotte.
- Die Ladeinfrastruktur lässt sich schrittweise mit der Fahrzeugzahl erweitern.
- Trägt zu unternehmenseigenen Nachhaltigkeitszielen bei, da Elektrifizierung ohne teure Netzverstärkung gelingt.
Häufige Fragen
Was ist Lastmanagement?
Wie funktioniert Lastmanagement bei Wallboxen?
Wie viel kostet ein Lastmanagementsystem?
Ab wann braucht es ein Lastmanagement?
Was ist ein dynamisches Lastmanagement?
Autor